Warum ist Selbsterfahrung so wichtig?
„Ars totum requirit hominem“ – Diese Kunst erfordert den Menschen mit Leib und Seele. C.G. Jung
In psychologischen und psychosozialen Berufen arbeiten wir zwar mit Methoden, Techniken und theoretischem Wissen, die wir im Laufe unserer Ausbildung und Berufserfahrung erweitern und vertiefen. Doch das wichtigste Werkzeug unseres Handelns als Helfende sind wir selbst.
Unser fachliches Repertoire lässt sich vielleicht mit den Zweigen und Blättern eines Baumes vergleichen. Der Stamm des Baumes jedoch ist unsere Haltung.
Unsere Psyche ist dabei wie ein Resonanzkörper, den wir den Menschen, die wir begleiten, zur Verfügung stellen. Begegnungen mit Patient*innen oder Klient*innen lösen in uns Gefühle, Gedanken, innere Bilder und Reaktionen aus. Diese bewusster wahrnehmen und reflektieren zu können, ist ein wesentlicher Teil professioneller Beziehungsgestaltung.
Um anderen Menschen empathisch begegnen zu können, brauchen wir eine ehrliche Auseinandersetzung mit uns selbst — insbesondere mit jenen Anteilen, die mit Verletzlichkeit, Scham, Schuld oder inneren Konflikten verbunden sind.
Dabei geht es nicht um eine statische „Selbstkenntnis“, sondern vielmehr um eine fortwährende Begegnung mit sich selbst: um die Entwicklung einer inneren Beziehung, in der wir uns mit Neugier, Offenheit und Mitgefühl begegnen und Zusammenhänge zwischen früheren Erfahrungen und aktuellen Reaktionen besser verstehen lernen.
Auch Professionist*innen tragen eigene Wunden, Prägungen und blinde Flecken in sich. Das macht sie nicht ungeeignet für ihre Tätigkeit. Im Gegenteil: Die ernsthafte Auseinandersetzung mit den eigenen Verwundungen und inneren Konflikten kann auch die Fähigkeit vertiefen, andere Menschen in ihren Entwicklungs- und Krisenprozessen verstehend zu begleiten.
Selbsterfahrung eröffnet einen geschützten Raum, in dem ein differenzierter und mitfühlender Blick auf sich selbst entstehen kann — und damit auch die Entwicklung der eigenen professionellen Haltung.
Meine Erfahrung und Arbeitsweise
Ich bin klinische Psychologin und Psychotherapeutin in Fachausbildung unter Lehrsupervision.
Auf meinem bisherigen Weg habe ich mehrere hundert Stunden tiefenpsychologisch-analytischer Selbsterfahrung durchlaufen und die Vorzüge dieses dialogischen Zugangs zu sich selbst kennengelernt.
Seit mehreren Jahren begleite ich im Rahmen meiner Tätigkeit im Fonds Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser Ausbildungskandidat*innen für klinische Psychologie während ihrer praktischen Ausbildung. Dabei entstehen Arbeitsbeziehungen auf Augenhöhe, die ich als wechselseitigen Lernprozess verstehe.
Meine Arbeitsweise verbindet psychologische Wissenschaft mit analytischer Psychologie nach C.G. Jung. Mich interessieren insbesondere jene bewussten und unbewussten Prozesse, die unser Erleben, unsere Beziehungen und unsere persönliche Entwicklung prägen. Auch innere Bilder, Träume oder wiederkehrende Themen können Teil der gemeinsamen Arbeit sein.
Worum kann es in der Selbsterfahrung gehen?
Selbsterfahrung eröffnet einen Raum, in dem die eigene berufliche Haltung und die persönliche „Stimme“ als Helfende*r wachsen können. Dieser Prozess geht oft Hand in Hand mit dem Wunsch, innerlich klarer, authentischer und lebendiger zu werden.
Im gemeinsamen Prozess kann es unter anderem um folgende Themen gehen:
-
eigene Muster und Reaktionsweisen besser verstehen
-
Gefühle und innere Konflikte reflektieren
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Beziehungsgestaltung bewusster wahrnehmen
-
Grenzen und Bedürfnisse erkennen
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Zugang zu inneren Bildern, Erinnerungen oder Träumen finden
-
Zusammenhänge zwischen biographischen Erfahrungen und aktuellem Erleben verstehen
Die Gespräche orientieren sich an Ihren Fragen, Erfahrungen und persönlichen Entwicklungsschritten. Über die gemeinsame Beschäftigung mit diesen Themen kann nach und nach ein reichhaltigeres Verständnis Ihrer selbst als handelnde und helfende Person entstehen.
Für wen eignet sich das Angebot?
Das Angebot richtet sich an Menschen in Ausbildung oder Weiterbildung in psychologischen, psychosozialen oder Gesundheitsberufen sowie an Personen, die ihre Beziehung zu Patient*innen oder Klient*innen als wesentlichen Teil ihres professionellen Handelns verstehen.
Zum Beispiel:
-
angehende klinische Psycholog*innen
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Gesundheitspsycholog*innen
-
Lebens- und Sozialberater*innen
-
(psychiatrische) Pflegekräfte
-
Angehörige anderer Gesundheitsberufe
Erstgespräch
Im Erstgespräch besprechen wir Ihre aktuelle Ausbildungssituation, Ihre Fragen und mögliche Anliegen. Gleichzeitig erhalten Sie einen ersten Eindruck meiner Arbeitsweise und des gemeinsamen Rahmens.
Die Gespräche finden in einem geschützten, persönlichen und wertschätzenden Setting statt.
Kontaktieren Sie mich gerne für ein Erstgespräch.